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Anschläge in St. Petersburg und Stockholm: gemeinsame Spur vermutet

Von   /  18. Mai 2017  /  Keine Kommentare

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spn.- Der mutmaßliche Stockholmer Lkw-Attentäter Rachmat Akilow hat möglicherweise Kontakte zu einer Dschihadisten-Gruppe unterhalten, deren Anführer auch im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Anschlag in St. Petersburg von Medien erwähnt wird.

Wie gazeta.ru am 16. Mai unter Berufung auf Sveriges Radio berichtet, nahmen Reporter des Portals Accounts von Akilow in sozialen Netzwerken unter die Lupe und fanden heraus, dass er zu den Abonnenten eines anonymen Propagandisten der Gruppe Tauhid wal-Dschihad gezählt hatte. Deren Anführer Siroschiddin Muchtarow ist auch bekannt als Abu Salah.

Nach Angaben von gazeta.ru überprüfen auch russische Geheimdienste, ob Muchtarow in den U-Bahn-Anschlag in St. Petersburg verwickelt gewesen sein kann, und zwar als Drahtzieher.  Kirgisiens Behörden fahnden ebenfalls nach diesem Dschihadisten.

Kontakte zu Al-Qaida vermutet

Ihm wird vorgeworfen, einen Selbstmordanschlag auf die chinesische Botschaft in Bischkek organisiert zu haben.  Muchtarows bewaffnete Formation kämpft laut gazeta.ru in der syrischen Provinz Idlib und gehört einer Islamisten-Koalition um die Al-Nusra-Front an. Dadurch hat sie mutmaßlich Verbindungen zum Al-Qaida-Terrornetzwerk.

Weder schwedische noch russische Geheimdienste erwähnten den Namen Muchtarow allerdings offiziell im Zusammenhang mit den beiden Anschlägen. Alexander Bortnikow, Chef des russischen Inlandgeheimdienstes FSB, sagte lediglich, der Drahtzieher der Explosion in St. Petersburg sei identifiziert worden. Details nannte er jedoch nicht.

Warnung an Schweden aus Usbekistan

Was den unmittelbaren Attentäter von Stockholm betrifft, zitiert die russische Onlinezeitung den usbekischen Außenminister Abdulasis Kamilow mit den Worten, Usbekistans Geheimdienst habe Schweden zuvor auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die von Akilow ausgehe.

Der usbekische Minister äußerte, Akilow sei bereits nach seiner Abreise aus Usbekistan von Emissären des „Islamischen Staates“ (IS) übers Internet angeworben worden. Er habe auch andere Usbeken aktiv aufgefordert, nach Syrien zu reisen und für die Dschihadisten zu kämpfen. Akilow habe auch Propaganda-Videos an seine Bekannten in Usbekistan geschickt, um diese Menschen zu Anschlägen aufzuhetzen.

Bisher bekannte sich niemand zu Attentaten

Gazeta.ru weist aber darauf hin, dass sich weder der „Islamische Staat“ noch weitere Dschihadisten-Gruppen vorerst zum Attentat in Stockholm bekannten. „Dies ist (neben der ethnischen Zugehörigkeit des Attentäters) eine weitere Ähnlichkeit zwischen dem Anschlag in Stockholm und der Explosion in St. Petersburg“, kommentiert die Onlinezeitung.  Der Sprengstoffanschlag auf einen U-Bahn-Zug in St. Petersburg hatte am 3. April 16 Todesopfer gefordert.

Der aus Kirgisien stammende mutmaßliche Selbstmordattentäter Akbarschon Dschalilow war ein ethnischer Usbeke. Erst drei Wochen später bekannte sich eine bis dahin unbekannte Gruppe, die sich selbst Katibat al-Imam Schamil nannte, zu dem Anschlag.  Am 7. April raste der usbekische Staatsbürger Rachmat Akilow mit einem Lkw in eine Menschenmenge in Stockholm. Fünf Menschen wurden dabei getötet, 14 weitere verletzt. Der mutmaßliche Attentäter wurde später festgenommen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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