Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Anatoli Kaplan – schwarzweisser Chronist der Leningrader Blockade

Von   /  23. Januar 2013  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Am 27. Januar jährt sich die wiederum die Aufhebung des Belagerungszustandes von Leningrad 1944. Diesem glücklichen und zugleich traurigen Datum widmet das städtische Skulpturenmuseum eine Ausstellung mit Litografien von Anatoli Kaplan (1903-1980).


Dem schrecklichen Ereignis der Leningrader Blockade (1941-44) – einem Trauma, das bis heute wirkt – sind immer wieder Veranstaltungen gewidmet. Dem Ende des grossen Hungers, dem hunderttausende von Menschen zum Opfer fielen widmet das städtische Skulpturenmuseum eine Ausstellung mit Bildern Anatoli Kaplans aus den Jahren 1944 bis 1956.

Kaplan sah Anfang und Ende der Blockade

Kaplan erlebte den Anfang dieser Tragödie und überlebte die ersten und schwersten Monate in der abgeschnittenen und beschossenen Stadt bevor er 1942 in den Ural evakuiert wurde. Ebenso sah er das Ende als er 1944 in die freie Stadt zurückkehrte und langsam wieder zum Leben erwachte.

Seine in feinen Grautönen gehaltenen Grafiken entsprechen nicht dem heroisch-pathetischen Ton der offiziellen Kriegskunst. Es sind viel eher stille Ansichten eines scheuen Spaziergängers. Doch die festgehaltenen Momente sind wichtig, lebenswichtig für einen echten Leningrader wie Kaplan, der seine Stadt liebte.

Die Aufhebung der Verdunkelung – ein Freudenfest

Unspektakulär, aber ergreifend ist der Moment als die Strassenbeleuchtung wieder eingeschaltet wurde. Für die ausgehungerten Menschen, die jahrelang in verdunkelten Wohnungen sassen ein Freudenfest. Ebenso festlich der Augenblick als das zum Schutz vor Bomben verpackte Standbild Peters I. wieder hergestellt wurde.

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass sie nicht nur die Düsternis der Blockade, sondern ebenso ihr Ende und die Zeit danach erzählt, die von Hoffnung und Freude über den Wiederaufbau geprägt sind (eva)

23. Januar bis 3. März. Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50-100 Rubel. Тel. 314-12-14. www.gmgs.ru

Weitere Neuigkeiten finden Sie auf unserem Nachrichtenticker >>>

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

WM2018 – was rund um den Fussball geschieht: Warnung der Familienministerin vor Sex mit Ausländern – überhöhte  Preise für Ausländer in Restaurants

mehr…