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Amnestie im Petersburger „Eichhörnchen-Mordfall“

Von   /  23. Juli 2015  /  1 Kommentar

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eva.- Am 21. August 2014 war Jelisei Wladimirow, Sohn einer Petersburger Richterin und Student der Rechtsakademie, zusammen mit zwei Freunden im Jelagin-Park unterwegs und fütterte Eichhörnchen. Dabei wurde er, nach eigenen Aussagen, in den Finger gebissen, worauf er seine Pistole zog und das Tier mit mehreren Schüssen in den Kopf tötete. Dafür wurde er zuerst wegen „Hooliganismus“, später wegen Tierquälerei angeklagt.

Während der Gerichtsverhandlung stellten der junge Angeklagte und seine Freunde die Lage so dar, dass sie sich durch das Tier bedroht gefühlt hätten, weil es eine kämpferische Pose eingenommen habe und man sich durch den Pistolenschuss lediglich vor einem neuen Angriff schützen wollten. Eine Veterinärin bestätigte die Gefährlichkeit der Eichhörnchen und dankte dem Angeklagten für seine Tat, weil er damit vielleicht mehrere Kinder vor Ansteckung durch Tollwut gerettet habe.

Das Gericht konnte sie jedoch nicht überzeugen – die Anklage sah in dem Fall eine bewusste Tötung des Eichhörnchens mit gezielten Schüssen in den Kopf und qualvollem Tod. Mittlerweile hat sich der mehr als ein Jahr lang verhandelte Fall von selber erledigt. Anstelle von einem Jahr gemeinnütziger Arbeit wurde Jelisei Wladimirow im Rahmen der Amnestie zum 70-Jahre-Siegesjubiläum begnadigt.

Aufdringliche „Belki“ in Finnland

Eichhörnchen – auf Russisch „Belka“ – tummeln sich in sämtlichen Parks von Petersburg, von Pawlowsk bis Petersburg. Entgegen der Aussage der Tierärztin sind sie grösstenteils sehr zahm und holen sich artig die Nüsse aus den Händen der Kinder und Erwachsenen. Dann wird die Beute rasch vergraben, und man holt sich neue Nüsse – oder verschwindet, begleitet von enttäuschten Rufen des Publikums, im Geäst seines Baums.

Mit ihrer Beliebtheit ist allerdings auch ihr Mut gewachsen – in Finnland besuchen Eichhörnchen die Menschen mittlerweile auch ausserhalb der „Arbeitszeiten“ in ihren Häusern. Da die Tiere geschützt sind, dürfen sie nur durch Veterinäre eingefangen werden. In einem Geschäft in Helsinki, das Nüsse und Trockenfrüchte verkauft, führt ein Eichhörnchen täglich „Raubzüge“ durch, schreibt Fontanka.fi. Die Ladeninhaber waren schon seit Wochen auf die qualifizierten „Jäger“, um den ungebetenen Gast loszuwerden.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. dr. joghurt blumenkohl sagt:

    seinerzeit hatten die katzen die eichhörnchen am sonntag heimgebracht und tot auf den boden gelegt (lenzerheide/schweiz) diese Veterinärin braucht auch einen Kopfschuss. Sie ist infisziert von den üblichen Machenschaften, d.h. der Rubel rollt!

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