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Am 5. Mai werden in Petersburg die Heizwerke abgestellt

Von   /  5. Mai 2009  /  Keine Kommentare

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Traditionell endet in St. Petersburg Anfang Mai die Heizsaison. Da praktisch die ganze Stadt über Fernwärme von sogenannten TEZ „Heiz-Elektro-Zentralen“ versorgt wird, sind die beiden Termine im Oktober und Mai ein öffentliches Thema. Wie andernorts das Wetter so reden die St. Peters-Bürger über die Probleme mit der Heizung.

Von Markus Müller

Aufgrund des gigantischen Rohrleitungsnetz sind immer wieder Häuser oder einzelen Wohnungen zu kalt, während in anderen Häusern Saunahitze herrscht. Dann werden mitten im Winter die Fenster aufgerissen – die umweltbewussteren Besucher und wenige der Einheimischen wundern sich über diese Energieverschwendung.

Ein Land mit Potential  …. zum Energiesparen!

Genausowenig wie es Lichtschalter in den Hausfluren gibt – die Lampen brennen einfach immer – genauso selten sind Thermostate an russischen Heitzungen zu finden. Die identischen Thermostate wie in Deutschen Heitzungsnetzen sind hier auch nur bedingt nützlich, da in Russland mit überheissem Wasser unter hohem Druck geheizt wird und die Heizkörper selbst ein Teil der Hausleitung sind. Wer hier den Durchfluss regelt, macht das gleich für alle Nachbarn darüber und darunter mit. Die möglichen modernen Lösungen (Bypass plus moderner Heizkörper) müssen vom Wohnungsinhaber selbst bezahlt werden und werden entsprechhend selten eingesetzt.

Auch die Warmwasserversorgung läuft über die „TEZ“. Im Sommer wird für Wochen auch das warme Wasser abgestellt. Dann ist St. Petersburg ein schlechter Ort für „Warmduscher“ den nur eiskaltes Wasser rinnt aus den Leitungen. Der lokale Handel hat sich darauf eingestellt und bietet Durchlauferhitzer und Gasboiler aller Art zum Nachrüsten an.

Ein Grund mehr einer anderen St. Petersburger Tradition zu fröhnen und den Sommer auf der Datscha zu verbringen.

Foto: „Perwomaiski TEZ“ in der Korabelnaya Strasse, Markus Müller 2008

* eine TEZ dürfte auf Deutsch ohne weiteres auch als BLOCK HEIZKRAFTWERK bezeichnet werden.
Der Gesamtwirkungsgrad liest sich für diese gemischten Heizelektrostationen auf dem Papier sehr gut, die Verschwendug findet ja auch ausserhalb statt, die Enerigie geht zum grossen Teil auf dem Transportweg verloren. In Deutschland sind Blockheizkraftwerke in Einzelhäusern bis zu Siedlungsgrössen in modernster Form als Ökologische Alternative auch wieder angesagt.

siehe auch Schlechte Zeiten für Warmduscher

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