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Alles bereit in Petersburg für Schnee, Eis und Kälte – noch nicht ganz!

Von   /  20. Oktober 2011  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Nach den vergangenen zwei Katastrophenwintern, die der zurückgetretenen Gouverneurin das Ansehen verdarben, bemüht sich die Regierung unter Gouverneur Poltawtschenko die Sache besser zu machen. Am Tag als in Petersburg die ersten Schneeflocken vom Himmel fielen, unterrichtete der verantwortliche Vizegouverneur Sergei Kosyrew die Öffentlichkeit über den Stand der Vorbereitungen auf den Winter.


Laut Fontanka.ru fiel die Bilanz erstaunlich nüchtern und ohne jegliche Schönfärberei aus. Man werde mit Problemen in den nächsten Winter gehen, meinte Kosyrew, aber man werde sie schnell lösen. Insgesamt würde die Kommunikation mit den Bezirksverwaltungen der Stadt verbessert und deren Arbeit strenger kontrolliert.

Problempunkt Nummer 1 ist das Heizungssystem – von den 54.000 Kilometern Fernheizungsleitungen sind rund 20 Prozent überholungsbedürftig. Um bei Ausfällen gerüstet zu sein, stehen daher 650 Notfallbrigaden mit 414 Notstromaggregaten und 3 mobilen Transformatoren bereit. Ihre Bedienungsmannschaften haben über 500 Trainings absolviert. Defekte im Heizungssystem in den über 23.000 Wohnhäusern der Stadt konnten mehrheitlich durch frühzeitige Testläufe ausgemacht werden. Momentan sind 99,9 Prozent aller Heizungen funktionstüchtig.

Viele Dächer zu spät oder schlecht repariert

Ein weiterer Schwachpunkt sind die Dächer, die während der letzten Winter durch die hohe Belastung durch Schnee und Eis beschädigt wurden. Zwar hatte die Stadt dafür hohe Beträge budgetiert, aber trotzdem sind bei über hundert Dächern die Arbeiten nicht abgeschlossen worden. Wie ihre Bewohner dem ersten Schnee begegnen werden, ist unklar. Ausserdem wurden die Dächer in vielen Fällen schlecht abgedichtet und leckten schon kurz nach der Reparatur wieder.

Zu vielen Unfällen und Reklamationen hatte auch die schlechte Schneeräumung auf Strassen und Gewegen gesorgt. Die Stadt hat in der Zwischenzeit zusätzliche Räumfahrzeuge angeschafft, doch hat der Stand noch nicht jenen der Sowjetzeit erreicht, als noch rund ein Drittel weniger Strassenfläche geräumt werden musst.

Zusätzliche Schneeschmelzanlagen

Ausserdem erwiesen sich nicht sämtliche Käufe als richtig – teilweise ist der Unterhalt der Geräte zu aufwändig oder sie entsprechen nicht den Anforderungen für russische Strassen. Wichtig ist auch die Entsorgung des geräumten Schnees, der in den letzten Jahren oft illegal in die Kanäle gekippt wurde. Zusätzliche Schneeschmelzanlagen wurden geschaffen – 18 sind es heute, noch im letzten Winter existierte nur eine einzige in St. Petersburg.

Ein ärgerliches Thema sprach Kosyrew zu Schluss an – die zusätzliche 13. Monatsrechnung für die Wohnnebenkosten. Mit der Begründung, der harte Winter habe für zusätzliche Kosten gesorgt, wurden viele Petersburger mit dieser Rechnung zur Kasse gebeten, was für grosse Unzufriedenheit sorgte. Kosyrew versprach Besserung auch in diesem Punkt – und tat recht, denn schliesslich muss sich die gegenwärtige Stadtregierung vor den kommenden Wahlen von der besten Seite zeigen.

Bild: Eugen von Arb

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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