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Alles an die Wahlen – der Kreml treibt ein millionenfaches “Wähler-Heer” zu den Urnen

Von   /  14. März 2018  /  2 Kommentare

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Am 18. März wählen die Russen ihren Präsidenten, der für weitere sechs Jahre Wladimir Putin heissen wird. Sämtliche zugelassenen alternativen KandidatInnen haben keine Chance. Ausserdem mobilisiert der Kreml Millionen von Staatsangestellten und legt die Oppositionsbewegungen lahm.

 

eva.- Offiziell können die Russen aus acht KandidatInnen wählen. Doch schon jetzt ist klar, dass Wladimir Putin laut Umfragewerten mit einem Anteil von rund 70 Prozent erneut gewählt wird. Einerseits ist das seiner Popularität zu verdanken, andererseits mobilisiert der Kreml sämtliche staatlichen Angestellten, Beamte, Lehrer, Soldaten, usw., um Putin Stimmen zu sichern und die Wahlbeteiligung anzuheben.

Wie bereits bei den letzten Präsidentenwahlen häufen sich Meldungen über öffentliche Angestellte, Mitarbeiter staatsnaher Betriebe, die direkt oder indirekt unter Druck gesetzt werden, an die Urne zu gehen und für den “richtigen Kandidaten” zu stimmen. Ausserdem haben sämtliche Fernsehkanäle ein regelrechtes „Trommelfeuer“ mit Clips eröffnet, in denen die Zuschauer zum Urnengang angetrieben werden.

Keiner schafft die Zehnprozent-Marke

Keiner der übrigen KandidatInnen wird auch nur annähernd die Zehnprozent-Marke schaffen: Sergei Baburin (Russische Volksunion), Pawel Grudinin (Kommunisten KPRF), Wladimir Schirinowski (Liberaldemokraten), Xenia Sobtschak (Bürgerinitiative), Maxim Suraikin (Kommunisten Russlands), Boris Titow (Partei des Wachstums) und Grigori Jawlinsky (Jabloko-Partei). Ausserdem kann das einzige nichtstaatliche Institut für soziologische Erhebungen “Levada-Zentrum” keine Umfragen durchführen, weil es 2016 als “ausländischer Agent” eingestuft wurde.

Alexei Nawalny, der einzige ernstzunehmende Kandidat wurde wegen einer fadenscheinigen Verurteilung nicht zur Wahl zugelassen. Daraufhin rief er zum Wahlboykott auf, was die Regierung zum Anlass nahm, seinen Wahlstab zu zerschlagen und zahlreiche seiner Mitarbeiter festzunehmen. Ende Februar wurde in Petersburg der Aktivist der Oppositionsbewegung “Offenes Russland” Andrei Piwowarow festgenommen und zu 25 Tagen Arrest verurteilt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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  • Veröffentlicht: 4 Monaten vor auf 14. März 2018
  • Von:
  • Zuletzt geändert: März 14, 2018 @ 3:48 pm
  • Rubrik: Aktuell, Politik

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. realsatire sagt:

    Habe Heute ein SMS mit einer Nachricht von der Partei ER / Einiges Russland bekommen.
    „Danke, Ihre Stimme war wichtig. Ein starker Präsident – Ein starkes Russland“ ….
    Wie mann sieht hat die Partei bei weitem nicht so ein gutes „Targeting“ (zielgenaues Marketing) wie man der Top Troll Nation immer nachsagt :).

  2. realsatire sagt:

    Nicht der Ausgang der Wahl sondern die Höhe der Wahlbeteiligung scheint diesmal die Legitimation zum Herrschen zu geben.
    Klar, wenn der einzige Gegenkandidat zum Boykott aufruft, entscheidet sich an der Wahlbeteiligung ob noch aussreichend viele Buerger innerlich ans System glauben.
    Der Aufwand scheint zu belegen, das man sich da gar nicht so sicher ist.
    Andererseits, wie vor vier Jahren, zu Hohe Wahlbeteilitung ist auch Kontroaproduktiv, weil Sie Betrug sichbar macht. Wer freut sich denn wenn ploetzlich unerwartet viele Waehler auftauchen und dann – oh Wunder- eine Wahlbeteiligung von 110% vermeldet werden muesste, :)

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