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Alle Macht dem Volk – die russische Opposition demonstriert Geschlossenheit

Von   /  21. März 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In fünfzig Städten Russlands ging am 20. März der „Tag des Hasses“ über die Bühne. Zwar zog jede oppositionelle Organisation für ihre Anliegen an die Demonstration – doch der gemeinsame Tenor lautete: die Regierung Putin soll zurücktreten und die Macht an das Volk zurück geben.


In Moskau wurden rund sechzig Personen bei zwei unbewilligten Kundgebungen  im Zentrum von der Polizei abgeführt – die übrigen zogen ab zum genehmigten Veranstaltungsort am Tschistoprudni Bulvar. Eduard Limonow, Führer der verbotenen Nationalbolschewisten, kündigte bereits für den 31. März eine weitere Demo beim Moskauer Triumphbogen an – trotz fehlender Bewilligung.

Ruhiger verliefen die Proteste in Petersburg, wo die Aktion beim SKK-Stadion im Süden der Stadt über die Bühne ging. Neben den Protesten gegen die Regierungen Putin und Matwijenkos waren auch Proteste gegen die Wahlergebnisse im Stadtbezirk Avtovo zu vernehmen, wo die Kandidaten von „Gerechtes Russland“ und den Kommunisten benachteiligt worden waren.

Kaliningrad: Flash-Mob und Dialog mit dem Volk

So hatte jedes Meeting seine eigenen Zwischentöne – sei es in Kasan, Nowosibirsk, Irkutsk, Omsk, Barnaul oder in Kaliningrad. Dort trafen sich die Demonstranten trotz fehlender Erlaubnis im Stadtzentrum zu einem „Flash-Mob“ und forderten den Gouverneur Boos zum Rücktritt auf. Dieser führte am selben Tag einen Dialog mit der Bevölkerung, der im Fernsehen übertragen wurde.

Obschon in vielen Fragen – wie zum Beispiel der Migration – gespalten, gab sich die Opposition erstaunlich ruhig und geschlossen. Neben den Aktionen der einzelnen Gruppierungen, die von der Öko-Partei bis zum Verteidigungskommittee für Privatgaragen waren die landesweit koordinierten Auftritte der grossen Organisationen und Parteien, wie „Solidarität“, Jabloko oder Nationalbolschewisten deutlich zu vernehmen.

Mut bei Opposition, Zurückhaltung bei Ordnungskräften

Ebenso erstaunlich war die Zurückhaltung der Polizei, bzw. der Behörden, die sich auch bei unbewilligten Protesten nicht einmischten, sondern lediglich beobachtete. Dass man nicht alles tolerierte, zeigte die Abschaltung der oppositionellen Webseite www.20marta.ru, die vom Provider wegen „regierungsfeinlicher Umtriebe“ blockiert wurde. (eva)

Bild: Archiv Eugen von Arb/ SPB-Herold

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  • Veröffentlicht: 8 Jahren vor auf 21. März 2010
  • Von:
  • Zuletzt geändert: März 21, 2010 @ 4:58 pm
  • Rubrik: Aktuell, Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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