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AKW Sosnowy Bor:“Radioaktives“ Gerücht sorgt für Aufregung

Von   /  21. Mai 2008  /  1 Kommentar

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eva.- Die Nachricht über einen Störfall am Atomkraftwerk im südlich von Petersburg gelegenen Sosnowy Bor versetzte die Petersburger Bevölkerung in Aufregung – stellte sich jedoch bald als Gerücht heraus. Mündlich, per Telefon, ICQ und E-Mail verbreitete sich heute vormittag die Schreckensnachricht, nach oder während der dreitägigen Reparaturen am Block Nummer 3 des Atomkraftwerks Sosnowy Bor sei es zu einem Unfall gekommen, bei dem Radioaktivität freigekommen sei.

Wie die Internetzeitung Fontanka.ru meldet, riefen unzählige Leser die Redaktion auf der Suche nach zuverlässiger Information an. Dabei kamen den Journalisten die unterschiedlichsten Versionen des Gerüchts zu Ohren. Während die einen Anrufer von einem Entweichen einer radioaktiven Wolke sprachen, meldeten die anderen, es sei gar zu einer Reaktorexplosion mit vielen Verletzten gekommen, oder so genanntes „schweres Wasser“ sei ins Meer ausgelaufen. Wieder andere sprachen davon, die Petersburg werde bereits von der Armee abgeschirmt, und Fernzüge würden nicht mehr in die Stadt gelassen. Entsprechend den Erfahrungen nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl von 1986 machte der Ratschlag die Runde, man solle sich Jod kaufen und als Schutzmassnahme je drei Tropfen mit einem Glas Milch einnehmen.

Doch sowohl die staatliche Atombehörde Rosatom und die Direkton des KKWs, wie auch unabhängige Experten mit eigenen Strahlenmessgeräten dementierten diese Nachrichten – sie sind sich einig: Es kam zu keiner Störung, und weder in der Umgebung des Atomkraftwerks, wie in Petersburg ist erhöhte Strahlung feststellbar. Der Reaktorblock ist nach den Reparaturarbeiten wieder ans Netz angeschlossen worden und arbeitet einwandfrei. Die Behörden vermuten, dass dieses Gerücht mutwillig und „professionell“ in die Welt gesetzt worden ist, und wollen nun den oder die Täter zur Rechenschaft ziehen.

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  • Veröffentlicht: 10 Jahren vor auf 21. Mai 2008
  • Von:
  • Zuletzt geändert: November 25, 2008 @ 12:23 pm
  • Rubrik: Aktuell
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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. mm sagt:

    oops nochmal davongekommen. Hoffentlich haben die „Offiziellen“ dann auch Recht. Kein Wunder das sich das Geruecht – wenn es denn eins ist – so schnell verbreitet. Der re-sowjetisierung der russischen Politik folgt ein angemessenes Vertrauen in deren Buelletins.

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