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Aids: Petersburg liegt bei HIV-Infektionen mit Moskau an der Spitze

Von   /  22. November 2008  /  Keine Kommentare

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rian.- Die Verbreitung der HIV-Infektion ist kein Problem einzelner russischer Regionen mehr, gegenwärtig ist die Zahl der registrierten HIV-Infizierten auf 440 000 gestiegen, die Epidemie hat absolut alle Landesteile erfasst. Das teilte Russlands Chefhygienearzt Gennadi Onischtschenko in einem Schreiben mit, das er auf der Webseite der von ihm geleiteten russischen Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor anlässlich der Vorbereitung auf den Welttag zur Aids-Bekämpfung am 1. Dezember veröffentlichte.

„Die Zahl der registrierten HIV-Infizierten wächst ständig, allein in den ersten neun Monaten 2008 wurden mehr als 33 000 neue HIV-Infektionen registriert“, heißt es. Fast 0,3 Prozent der Landesbevölkerung sind HIV-infiziert (1989 wurde der erste Fall der Erkrankung in Russland registriert). Besonders alarmierend ist die Situation in der Stadt und im Gebiet Moskau, in Sankt Petersburg, in den Gebieten Irkutsk, Swerdlowsk, Samara, Tscheljabinsk, Orenburg, Leningrad und im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen.

Besonders Junge Menschen betroffen

Der Aufsichtsbehörde zufolge wird die Krankheit vorwiegend beim Drogenkonsum übertragen (in 65 Prozent der Fälle), über 80 Prozent der Betroffenen sind jüngere Menschen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, das heißt die besonders dispositionsfähige und in demographischer Hinsicht aktive Bevölkerungsschicht.

Seit Mitte 2007 nimmt der Anteil der HIV-Infizierten im Alter von über 30 Jahren zu. Einen stabilen Wachstumstrend weisen Infektionen unter Frauen auf, auch unter Schwangeren, und als Folge unter Kindern, die von HIV-Positiven geboren wurden. Die Entwicklung der Aids-Krankheit (Immunschwäche) kommt ebenfalls öfter vor.

Weltaidstag unter dem Motto „Stop Aids“

Nach Onischtschenkos Worten zeugen diese Tatsachen davon, dass „die Gefahr für die sozialwirtschaftliche Entwicklung und die nationale Sicherheit unseres Landes ungeachtet der unternommenen Bemühungen um eine Eindämmung der Epidemie nicht geringer wird“. 2008 wird der Welttag zur Aids-Bekämpfung unter dem Motto „Stop Aids“ begangen.

Der Chefhygienearzt Russlands ruft in seinen Brief die Leiter aller regionalen Verwaltungen seiner Behörde auf, ein umfassendes Aktionsprogramm zur HIV-Prävention in Russlands Subjekten zu organisieren und durchzuführen und dabei eine besondere Aufmerksamkeit den Jugendlichen – der besonders verwundbaren Bevölkerungsschicht – zu widmen.

Bild: Aufklärung tut not – noch immer sind die Risiken von freizügigem Sex in der russischen Gesellschaft zu wenig bekannt. (Foto: Eugen von Arb)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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