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Afrika-Tag: grosses Fest einer kleinen Petersburger Minderheit

Von   /  11. Juni 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Die afrikanische Gemeinde Petersburgs feierte ihr Fest mit einer Konferenz, mit Musik, Tanz und Musik im Jugendpalast auf der Wassili-Insel (siehe Fotogalerie). Noch fristet die afrikanische Kultur in Russland ein zurückgezogenes Leben – aber nun hat sie vor, an die Öffentlichkeit zu treten.


Afrikaner führen in Russland ein verstecktes Leben – im Gegensatz zu westlichen Ländern sind in den Strassen Petersburgs nur selten dunkelhäutige Menschen zu sehen. Ein Grund dafür ist der relative kleine Anteil von Afrikanern in der russischen Gesellschaft, der zweite die Angst der Studenten und Migranten aus afrikanischen Ländern von Rassisten angefallen zu werden. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Afrikaner von russischen Skinheads und Neonazis überfallen, misshandelt und ermordet.

Hochkarätig besetzte Konferenz

Doch nun regt sich etwas in der Gemeinde – man will nach aussen treten, zum Beispiel am Afrika-Tag, dem 4. Juni, der im Jugendpalast auf der Wassili-Insel gefeiert wurde. Vor dem Festakt mit Film, Musik und Tanz aus Afrika und Russland im Kinosaal wurde in einer Gesprächsrunde das Verhältnis zwischen Russland und Afrika erörtert.

Der runde Tisch war hochkarätig besetzt – anwesend waren der Botschafter Nigerias in Russland Abdullahi Sarki Mukhtar, Aliu Tounkara, Vorsitzender der Afrikanischen Einheit, Valence Maniragena, Vorsitzender der Stiftung „Ichumbi“.

Von russischer Seite nahmen der Ex-Botschafter und Leiter des Moskauer Zentrums für russisch-afrikanische Beziehungen Ewgenij Korendjasow, Alexander Scheltow, Leiter der Fakultät für Afrikanistik an der Petersburger Uni, Wladimir Vidrin Vorsteher der wissenschaftlichen Abteilung der Kunstkamera, Wladimir Budnij Honorarkonsul der Republik Angola in Petersburg teil.

Probleme der afrikanischen Flüchtlinge und Staatenlosen angesprochen

Angesprochen wurde die Geschichte vergangenen 50 Jahre, die von der Befreiung der afrikanischen Länder von den Kolonialmächten einerseits und von ihrer Unterstützung während des kalten Kriegs durch die UdSSR geprägt wurde. Gesche Karrenbrock, Gesche Karrenbrock, Repräsentantin des UNHCR in Russland machte auf die schwierige Situation afrikanischer Flüchtlinge und Staatenloser in Russland aufmerksam.

Obschon die sowjetisch-afrikanische Freundschaft strategisch motiviert war, ergaben sich dadurch viele freundschaftliche und idealistische Projekte – eines der wichtigsten war die Ausbildung zehntausender afrikanischer Studentinnen und Studenten an russischen Universitäten. Nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Gesellschaft gerieten diese Programme ins Hintertreffen.

Ein Neuanfang der russisch-afrikanischen Beziehungen

Die Konferenzteilnehmer waren sich einig, dass ein Neuanfang gemacht werden muss – die Kultur kann dabei eine Schlüsselrolle spielen, gab Anna Lebedkowa, die Leiterin des Ausstellungssaals des Städtischen Skulpturenmuseums zu bedenken. Dort hatte im Rahmen der diesjährigen Deutschen Woche die Ausstellung „Habari Afrika“ mit afrikanischer Kunst aus der Sammlung Reinhard Klimmt stattgefunden. Als erstes konkretes Ziel wird die Gründung eines afrikanischen Kulturzentrums in Petersburg angestrebt.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Habari Afrika! Habari Bundeskanzler! Habari Deutsche Woche!

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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