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Abwasserkollektor eröffnet – Petersburg wird sauberer und die Ostsee auch

Von   /  11. Oktober 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Nach jahrzehntelanger Bauzeit wurde in Petersburg der zentrale Abwasserkollektor eröffnet, der fast sämtliche Abwässer der Stadt sammelt. Damit wird die Newa und auch die Ostsee von Millionen von Kubikmetern Fäkalien befreit, die früher ungeklärt abgeleitet wurden.


Der hohe Besuch zeugte von der Wichtigkeit des Anlasses – zur Einweihung des Kollektors waren nebst dem Gouverneur Georgi Poltawtschenko auch seine Vorgängerin und jetzige Vorsitzende des Föderationsrates Valentina Matwijenko sowie der Abgeordnete Vadim Tjulpanow.

Matwijenko sprach von einer ökologischen Revolution und hatte sicher recht damit. Denn mit dem 34 Etagen tiefen unterirdischen Bau wurde St. Petersburg auf einen Schlag radikal modernisiert und ökologisch gesehen ins 21. Jahrhundert katapultiert. Ab jetzt werden 98,4 Prozent aller Abwässer der Stadt erfasst und in die Kläranlage bei Olgino abgeführt. Das Ökosystem wird damit von 350.000 Kubikmeter Abwasser täglich befreit.

Strände ohne Badeverbote – bald Wirklichkeit?

Dadurch werden nicht nur Petersburgs Kanäle und die Newa sauberer, sondern auch die Finnische Bucht und die übrige Ostee. Damit könnten auch bald die hässlichen Badeverbote verschwinden, die fast sämtliche Strände der Region verschandeln. 76 direkte Abwasserausausgüsse konnten dank der neuen Anlage verschlossen werden, 122 Millionen Kubikmeter jährlich werden ab jetzt gereinigt.

Berechtigt war Matwijenkos Besuch auch deshalb, weil die Bauarbeiten für das gigantische Kanalisationssystem bereits während ihrer Regierungszeit liefen. Bis 1978 existierte in der Stadt praktisch keine Abwasserreinigung, und ab dann wurde das Kanalisationssystem stufenweise ausgebaut. Zwischen 1993 und 2000 – den Krisenjahren nach dem Ende der Sowjetunion – wurden die Bauarbeiten gänzlich eingestellt und erst ab 2005 gings wieder vorwärts.

Hochkompliziertes Systems in 90 Metern Tiefe

Oberhalb des Kollektors am Wyborger Ufer weihte der Gouverneur ein Wassertropfen-Denkmal ein. Anwesend waren auch die Vertreter des Petersburger Wasserversorgers Vodokanal, der dieses Jahr sein 155-jähriges Bestehen feiert.

Die Gesamtkosten des 90 Meter tiefen hochkomplizierten Systems aus Sammelbecken, Leitungen und Pumpen beliefen sich auf 28 Milliarden Rubel. Vodokanal versprach in den kommenden Jahren auch die restlichen Abwassereinflüsse im Bereich der Admiralität und an den beiden Flüssen Ochta und Karpowka zu beseitigen, damit letztlich 100 Prozent in die Kläranlage geleitet werden (eva).

Bild: www.gov.spb.ru

www.nvspb.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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