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Abgeschreckt – Touristen und Ausländer halten sich fern von Russland

Von   /  7. Februar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Trotz des billigen Rubels und des neuen Flughafens halten sich die ausländischen Gäste fern von Petersburg – zu bedrohlich sind die Wolken am Polit-Himmel. Die einzige Hoffnung für das Hotelgewerbe sind die einheimischen Touristen. Auch die Ausländergemeinde Russland ist angesichts der bedrohlichen politischen Situation massiv zusammengeschmolzen.

Noch viel stärker als in Moskau wirkt sich die Krise in Petersburg aus. Laut einem Bericht der Consulting-Firma JLL ist die Rentabilität der Hotelzimmer im Luxus-Segment zwischen 10 und 15 Prozent gesunken – dies nachdem sie während des G-20-Gipfels von 2013 um 16 Prozent zugenommen hatte. Dementsprechend sind die Einnahmen in diesem Bereich um 6 bis sieben Prozent gesunken und die Auslastung betrug 55 Prozent. Im Vergleich dazu beträgt sie in Städten wie London und Paris 80 Prozent, in Städten wie Budapest, Wien, Prag oder Venedig mehr als 70 Prozent.

In der oberen Mittelklasse  war die Auslastung mit 60 stabiler, doch die Tarife sanken auch hier um 6 bis 7 Prozent. Insgesamt musste die Hotelbranche wegen des Rubelkurszerfalls einen Preisverlust von 40 Prozent hinnehmen. Schuld daran ist die um 10 Prozent gesunkene Zahl ausländischer Touristen – vor allem europäische und amerikanische Gäste gibt es weniger, nämlich 20-35 Prozent. Dafür besuchen mehr Reisende aus China, der Türkei und dem Iran die Stadt – und auch die Zahl einheimischer Touristen hat zugenommen, meldet die Agentur Cushman & Wakefield. Experten kritisieren, dass nicht mehr Werbung gemacht wird, um Touristen für die günstigen Preise und den neuen Flughafen zu interessieren. Wachstumspotential sehen sie moment vor allem bei den russischen Touristen, allerdings könnten hier bei einer weiteren Verschärfung der Krise die steigende Inflation und die abnehmende Kaufkraft in der Bevölkerung zum Problem werden.

417.000 weniger Ausländer in Russland

Die Entwicklung im Tourismus wird durch die Ausländerzahlen des russischen Migrationsdienstes (FMS) bestätigt. Danach hielten sich im Januar 2015 417.000 weniger Ausländer in der Russischen Föderation auf, das sind 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Betroffen sind vor allem Personen aus Ländern, die in den Jahren zuvor stark in Russland investiert hatten, unter ihnen die Deutschen, deren Zahl sich im Januar um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent gesenkt hat, die Amerikaner (36 Prozent), Engländer (38 Prozent) und die Spanier (41 Prozent). Diese Zahlen sind beeindrucken, selbst wenn man berücksichtigt, dass nicht klar ist, zu welchen Zweck und für welche Frist sich die Ausländer in Russland aufgehalten haben.

Der Trend gilt auch für Staatsangehörige der GUS-Staaten, die in den vergangenen Jahren in Massen legal oder illegal zumeist als Fremdarbeiter nach Russland kamen. Als Hauptgrund für ihre Ausbleiben wird der niedrige Rubel genannt, der die Löhne unattraktiv macht. Das einzige „Gegengewicht“ sind die rund 440.000 Flüchtlinge aus dem ukrainischen Donbass, die nach offiziellen Angaben nach Russland gekommen sind. (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.gazeta.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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