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Abschleppen nach neuem Recht – der Zirkus hat begonnen

Von   /  30. Juli 2012  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Schon kurz nach der Einführung des kostenpflichtigen Abschleppens von Falschparkern ist in der Stadt eine deutlich intensivere Evakuierungstätigkeit zu beobachten. Zwei Frauen gaben kürzlich mit einem skandalösen „Abschlepp-Zirkus“ ihrer Unzufriedenheit mit der neuen Praxis Ausdruck.


Die Hauptakteurin stellte nahe einer Kreuzung Uliza Schamschewa- Bolschoi Prospekt auf der Petrograder Seite ihren Mitsubishi Lancer ab – direkt vor dem Halteverbot. Angeblich hielt sie nur für wenige Minuten, um sich ein Mineralwasser zu kaufen, weil sie solchen Durst hatte. Wie sich später dank einer Überwachungskamera herausstellte, waren es rund zwanzig Minuten.

Die Kamera hielt auch fest, dass die Frau nicht – wie sie erzählte – zurückgekommen sei, um den Polizisten vom Abschleppen abzuhalten. Wie sich herausstellte, entdeckte sie den Wagen erst rund 100 Metern vom Standort beim Wegfahren. Dort muss die Frau wagemutig auf die Plattform gesprungen sein, um sich kurzerhand hinters Steuer ihres Mitsubishis zu setzen

Hilfeschreie vom Abschleppwagen

Während der Fahrt öffnete sie das Fenster und begann aus voller Kehle um Hilfe zu schreien. Doch damit nicht genug – es gelang ihr sogar, eine Freundin in der Nähe zu mobilisieren, die sich dem Konvoi anschloss und ebenfalls nach Kräften Zetermordio schrie.

Ausser der Belustigung einiger Passanten und Automobilisten auf der Wassili-Insel und der Petrograder Seite fruchtete die Protestaktion nicht. Angelangt beim Polizeiparkplatz an der Schkolnaja Uliza, weigerte sich die Gesetzesbrechein, ihren Wagen verlassen.

Überwachungskamera brachte Wahrheit ans Licht

Schliesslich langte der Rechtsbeauftragte für Automobilisten Alexander Cholodow bei der Polizeistation an, und es gelang ihm, die Frau, die mittlerweile vier Stunden in ihrem Wagen zugebracht hatte, zum Aussteigen zu bewegen.

Wie sich nach der Entdeckung der Videoaufzeichnung herausstellte, erzählte sie sowohl Cholodow wie auch gegenüber der Internetzeitung Fontanka.ru eine falsche Version. So gab sie an, noch vor dem Abschluss des Aufladens zum Wagen gekommen zu sein, wo sie vergeblich versucht habe, den Wagen an Ort auszulösen.

Seit anfang Juli über 6300 Fahrzeuge abgeschleppt

Da sie ausserdem behauptet hatte, der Abschleppwagen sei abgefahren, obschon sie sich in ihren aufgeladenen Wagen gesetzt habe, erwägt die Transportfirma nun eine Verleumdungsklage gegen sie, weil sie offenbar später unbemerkt aufgesprungen war, danach aber den Fahrer beschuldigt hatte.

Bis zum 24. Juli wurden in St. Petersburg mehr als 6300 Fahrzeuge der Kategorien A und B abgeschleppt. Wie die Verkehrspolizei (GIBDD) meldet, wurden fanden die meisten Evakuierungen an der Gontscharnaja Uliza, am Moskowski Prospekt, an der Uliza Krasnovo Textilschika, beim Flugplatz Pulkovo 1 und am Ligowski Prospekt statt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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