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Abgeordneter der Regierungspartei Issajew räumt Platz im Parteipräsidium nach Skandal im Flugzeug

Von   /  10. Oktober 2013  /  Keine Kommentare

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rian./eva.- Skandale mit randalierenden Russen in Flugzeugen hat es in der Vergangenheit schon mehrere gegeben – diesmal waren der Abgeordnete der Regierungspartei „Einiges Russland“ Andrej Issajew  und sein betrunkener Assistent in einen solchen auf dem Petersburger Flughafen verwickelt. Mittlerweile hat Issajew seinen Rücktritt aus dem Parteivorstand eingereicht.

Russische Medien berichteten am 9. Oktober, der Geeintes-Russland-Parlamentarier Andrej Issajew  sei am Abend des 8. Oktober aus einer Aeroflot-Maschine von Petersburg nach Moskau abgeführt worden. Wie der Politiker später erläuterte, war jedoch nicht er selbst, sondern sein Assistent aus dem Flugzeug komplimentiert worden.

Die Fluggesellschaft habe „keinerlei Beschwerden“ gegen ihn selbst, hieß es. Der Assistent des Abgeordneten musste laut Issajew wegen Trunkenheit ihn der Öffentlichkeit mit 100 Rubel (weniger als 3 Euro) Geldstrafe zahlen und habe bereits die Kündigung eingereicht.

Betrunkener Assistent von Polizei abgeführt

Aus der russischen Fluggesellschaft verlautete, dass der Parlamentarier Aeroflot-Angestellten mit dem Rausschmiss und Unannehmlichkeiten gedroht hatte. Betrunken sei jedoch tatsächlich nur sein Assistent gewesen. Die Entscheidung, den Passagier vom Flug auszuschließen, hatte mit dessen starker Alkoholisierung und Störung der öffentlichen Ordnung zu tun, sagte der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei Aeroflot, Andrej Sogrin zu RIA Novosti.

Während der randalierende Fluggast aus der Maschine gebracht wurde, habe der Abgeordnete verlangt, seinen Assistenten stattdessen in der Business-Class unterzubringen und dem Bordpersonal mit Folgen gedroht. Der Assistent Isajews wurde letztendlich der Polizei übergeben und der Volksvertreter verzichtete freiwillig auf den Flug, hieß es.

„Keine heiligen Kühe in der Partei“

In Russland gebe es keine Vorschriften, wie mit Passagieren umzugehen sei, die Drohungen aussprechen, fügte Sogrin hinzu. Daher sei nur die Person weggebracht worden, die die Flugsicherheit gefährdet habe. „Die Emotionen, die bei Andrej Isajew womöglich aufgekommen sind, sind ein Faktum der zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen ihm und dem Bordpersonal. Wir haben keinerlei Beanstandungen an Isajew selbst“, sagte der Aeroflot-Sprecher. Der Flug habe sich um etwas mehr als eine Stunde verzögert, die Fluglinie habe deswegen in den sozialen Netzwerken Beschwerden erhalten, so Sogrin.

Der Generalratssekretär von Geeintes Russland, Sergej Newerow, versprach eine umfassende Aufklärung der Ereignisse. In der Partei gebe es „keine heiligen Kühe“, hieß es aus der Duma-Fraktion. „Wir haben die Rechtsschutzbehörden und Aeroflot um alle Informationen gebeten. Wir werden diese bekommen. Danach wird die Partei entscheiden, zu welchem Teil und woran Issajew Schuld trägt“, sagte Fraktionsleiter Wladimir Wassiljew zu Journalisten.

Kein Rücktritt aus der Partei

Andrej Isajew leitet den Duma-Ausschuss für Arbeit und Sozialpolitik. In der Partei Geeintes Russland bekleidet er den Posten des ersten Stellvertreters des Generalratspräsidiumssekretärs. Der Parlamentarier hatte seinen Arbeitsbesuch in Sankt Petersburg auf Twitter beleuchtet: Er trat auf einer Gewerkschafterdemonstration auf und hielt eine Rede vor Studenten.

Am 10. Oktober wurde bekannt, dass Issajew seinen Rücktritt aus dem Parteipräsidium eingereicht und sich öffentlich für den Zwischenfall entschuldigt hat. Da er selbst keine Straftat begangen habe, werde er weder aus der Partei austreten, noch sein Duma-Mandat abgeben, liess er verlauten.

Bild: Wikimedia Commons

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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