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89-jährige Rentnerin wegen Stück Käse im Supermarkt misshandelt

Von   /  29. April 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 19. April wurde die 89-jährige Rentnerin und Kriegsveteranin Nina Antonowa in einer Filiale der Supermarktkette „Pitjorotschka“ wegen eines angeblich gestohlenen Stücks Käse festgehalten und durchsucht. Dabei stürzte sie und brach sich das Becken – die Öffentlichkeit ist geschockt.

Ein ähnlicher Fall hatte sich 2015 in einer „Magnit“-Filiale ereignet – das Opfer, eine 81-jährige Blockade-Veteranin starb hinterher an Herzversagen. Auch diesmal ist der Hergang unklar. Ob die angebliche Diebin Nina Antonowa das Stück Käse selbst in den Einkaufskorb gelegt hat oder ob es bloss vergessen wurde, konnte nicht geklärt werden – selbst die Überwachungskamera konnte nichts belegen.

Keine Entschuldigung

Viel gravierender ist das unverhältnismässige Verhalten des Wachmanns, der die betagte Frau festhielt, und der Filialleiterin, die die Tasche durchsuchte. Beim Gerangel fiel die Verdächtige um und brach sich den Beckenknochen. Das staatliche Ermittlungskomitee ermittelt nun wegen Willkür und Überschreitung der Vollmachten gegen die Ladenkette. Tatsächlich hat der Wachmann gemäss Gesetz nicht einmal das Recht, einen Verdächtigen festzuhalten, sondern lediglich die Polizei zu alarmieren.

Die Öffentlichkeit zeigte sich geschockt ab dem groben Umgang mit einer Veteranin – noch dazu so kurz Zeit vor dem Siegestag, an dem überall lautstark verkündet wird, wie sehr man die Kriegsgeneration verehrt. Auch das lange Schweigen und das Ausbleiben einer Entschuldigung der verantwortlichen X5 Retail Group, zu der der Supermarkt gehört, sorgt für Unmut.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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