Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

70. Siegesfeier – „Unsterbliches Regiment“ verbindet Hunderttausende

Von   /  10. Mai 2015  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email
Siegesfeier CROP 2015-05-09 17.50.37
eva.- Die Feier zum 70. Jahrestag des Sieges über Hitlerdeutschland begingen hunderttausende Russinnen und Russen in einem ganz neuen Rahmen. Die freiwillige Aktion „Unsterbliches Regiment“ zog im ganzen Land Millionen von Freiwilligen auf die Strasse, die ihren verstorben Angehörigen, die im Krieg gekämpft hatten, gedenken wollten.

Die Militärparaden in Moskau und Petersburg zur diesjährigen Siegesfeier am 9. Mai waren aufwändiger und waffenstarrender und die Reden pathetischer denn je. Bei jeder Gelegenheit wurde betont, dass die Sowjetunion am meisten Kriegsopfer zu beklagen hatte und den entscheidenden Anteil am Sieg gegen Hitler leistete. Doch dies war vor allem als politisches Signal zur nach wie vor gespannten Lage zwischen Russland und dem Westen zu verstehen.
Den meisten ging es nicht um Politik
Dass es den meisten an diesem Tag nicht unbedingt um Politik, sondern um das Kriegsende und um das Andenken an die Opfer ging, bewies die Bürgeraktion „Unsterbliches Regiment“, die 2012 im sibirischen Tomsk gestartet wurde und sich seither in ganz Russland verbreitete. Sie zog eine Rekordmasse auf den Newski-Prospekt, deren Zug rund vier Stunden marschierte.Die Idee, seine gestorbenen oder gefallenen Angehörigen, die im Weltkrieg kämpften, mit einem Foto auf einem Schild mitzutragen, ist bestechend einfach. Vor allem ist sie freiwillig, und das wird für viele der Hauptgrund sein, sich ihr anzuschliessen. Laut Fontanka.ru sollen am 9. Mai nach verschiedenen Quellen zwischen 100.000 und 180.000 Personen an der Aktion teilgenommen haben. Leider kam es immer wieder zu Versuchen, die Aktion für politische oder kommerzielle Ziele zu instrumentalisieren, obwohl dies die Gründer ausdrücklich ablehnen.

Kommunisten mit Stalinporträt

Zwischen den „Regimentern“ wurden die Kriegs- und Blockade-Veteranen auf historischen Lastwagen gefahren und von den Passanten mit Bravo- und Dankesrufen begrüsst. Unter anderem nahmen auch die Kommunisten am Umzug teil und trugen ein grosses Stalinporträt vor sich her. Vereinzelt traten auch Sympathisanten der selbsternannten Volkrepubliken in der Ostukraine auf – ansonsten fehlten politische Stellungnahmen. Auf dem Schlossplatz fand auf einer grossen Tribühne das Festkonzert statt. Sängerinnen und Sänger, sowie Lautsprecher verbreiteten in der ganzen Stadt die bekannten Kriegslieder.

 In mehreren Wellen strömten die Teilnehmer und Zuschauer ins Stadtzentrum und zurück, was teilweise zu Verstopfungen am Anfang und am Ende des Newski-Prospekt führte. Die letzten Menschenmassen kamen abends in die Stadt, um sich das Feuerwerk anzuschauen. Die Geschäfte und Restaurants im Zentrum waren total überfüllt und liessen die Kassen klingeln.
Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold
    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Kommentar verfassen

  • Das neues Design vom St. Petersburger Herold - wie gefällt es Ihnen?

    Ergebnisse

    Loading ... Loading ...

    Umfragen Archiv