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2010 – Jahr der sauberen Seen: Ein Davoser Bergbauer und ein russischer Arzt engagieren sich für die Umwelt in der Region Petersburg

Von   /  26. Juni 2010  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Im Rahmen der Aktion „2010 – Jahr der sauberen Seen“ besuchte der Davoser Landamman Hans Peter Michel das Leningrader Gebiet und zeichnete Freiwillige, die sich an der Reinigung von Seen und ihrer Umgebung beteiligt hatten, mit Medallien aus, schreibt „47News“. Mit diesem Zeichen des Vertrauens sollten die „See-Chefs“ zu weiterem Engagement ermuntert werden.

Ihre Aufgabe hatte darin bestanden, bis zum Beginn der Sommersaison Seen in den Regionen Vsewoloschsk, Tosno, Vyborg und Kingisepp von Müll zu befreien. Während so genannter „Subbotniki“ hatten die Enthusiasten auf ihren Territorien bis zu 12 Kubikmeter Müll (20-30 Säcke) zusammengelesen.

Michel will beim nächsten Besuch Seewasser trinken

Er hoffe, er werde bei seinem nächsten Besuch ohne Probleme das Wasser aus diesen Seen trinken können, meinte Michel gegenüber den russischen Medien. Von russischer Seite tönte es allerdings skeptischer – es sei bisweilen frustrierend, am Abend hinterliessen die Freiwilligengruppen den Ort, und am nächsten Tag sei er wieder von Unrat übersät, meinen einige der Teilnehmer. Tatsächlich hat die Konsumwut der letzten Jahre in Russland zu einer krassen Zunahme wilder Deponien und zur Verschandelung von Parks, See- und Flussufern mit Abfällen geführt.

Unter grossem Aufsehen von russischer Seite hatten Hans Peter Michel und der russische Geschäftsmann Tamaz Mchedlize im vergangenen Jahr das so genannte „Brudersee-Projekt“ zwischen dem Davosersee und dem „Blauen See“ in der Petersburger Region aus der Taufe gehoben. Symbolisch wurde eine Flasche mit dem russischen Seewasser in den Davosersee ausgeschüttet. Zuvor nahm Michel aber noch einen zünftigen Schluck aus der Flache und sorgte damit beim russischen Publikum für Furore.

Ein Russe verliebt sich in Davos – und seine Sauberkeit

Der FDP-Landamann gilt in seiner Region als politischer Grenzgänger und Sonderling. Der 1954 geborene Bergbauer und Oberst der Schweizer Armee studierte an der Fernuni Hagen Psychologie und schrieb seine Magisterarbeit zum Thema „Chaoten sind auch nur Menschen“. Zu diesem Zweck marschierte er auch schon mal im „Scharzen Block“ der Gegner des WEFs mit.

Der Patron des Projekts Tamaz Mchedlize, der in Russland 18 Zahnkliniken besitzt, verbringt seit einigen Jahren mit seiner Familie den Urlaub in Davos. Er habe sich sofort in den Davosersee verliebt – und die Sauberkeit der Region, meinte er gegenüber der Davoser Zeitung. Er zeigte sich betroffen vom fehlenden Umweltbewusstsein seiner Landsleute und hofft mit der Aktion „den Müll aus den Köpfen“ der Russen zu schaffen.

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold

www.47news.ru

Davoser Zeitung – Budag AG

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Typisch Russland: Subbotnik – Frühlingsputz vor der gemeinsamen Haustür

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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