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100 Jahre Oktoberrevolution: Russen verspüren keinen Stolz

Von   /  26. Oktober 2017  /  Keine Kommentare

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spn.- Die Kommunistische Partei (KP) will den 100. Jahrestag der Revolution von 1917 mit Veranstaltungen in Sankt Petersburg und Moskau feiern. Laut der Parteiführung war die Oktoberrevolution das Hauptereignis im 20. Jahrhundert für Russland und die ganze Welt, schrieb die Zeitung „Kommersant“ am 24. Oktober.

KP-Chef Gennadi Sjuganow will den 100. Jahrestag der Oktoberrevolution die ganze erste Woche im November feiern. Ihm zufolge war die Oktoberrevolution ein epochales Ereignis, weil sie die russische Staatlichkeit gerettet hat. Die Schaffung der Sowjetunion habe die Regierungen anderer Staaten zur Entwicklung eines „sozialen Staates“ bewegt, so Sjuganow.

Doch die russischen Staatsbürger nehmen die Oktoberrevolution nicht so eindeutig wahr. Laut einer Umfrage des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften hat fast ein Drittel der Russen (32 Prozent) Schwierigkeiten mit der Einschätzung dieses Ereignisses. 29 Prozent meinen, dass es gleichermaßen sowohl Nutzen als auch Schaden gab. 21 Prozent äußerten die Ansicht, dass die Revolution mehr Nutzen brachte, 19 Prozent, dass sie mehr Schaden verursachte. Dabei verhalten sich 30 Prozent der Befragten positiv zur Tatsache der Machtergreifung durch die Bolschewisten, 35 Prozent negativ. Die anderen gaben keine Antwort.

Stolz auf Sieg im Weltkrieg

Nur sechs Prozent bezeichneten die Oktoberrevolution als Anlass zum Stolz, lediglich zwei Prozent — die Perestroika von Michail Gorbatschow und sieben Prozent — die Aufhebung der Leibeigenschaft durch Alexander II. Unzweifelhaften Stolz löst mit 76 Prozent nur der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg aus.

Die Kommunistische Partei wird das Jubiläum der Revolution jedenfalls als Ereignis des Jahrhunderts feiern. Am 1. November findet im Taurischen Palais von Sankt Petersburg das Internationale Treffen der kommunistischen und der Arbeiterparteien statt (eingeladen sind Delegationen aus 130 Ländern). Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen in Sankt Petersburg, Moskau und in russischen Regionen.

In Zukunft werde der Sozialismus dominieren, sagte der stellvertretende Leiter des KP-Zentralkomitees, Dmitri Nowikow. Eine solche Vision der Zukunft wird von den Kommunisten im Wahlprogramm „10 Schritte zu einem würdigen Leben“ vorgestellt. Der Kandidat der Partei für die Präsidentschaftswahlen 2018 wurde noch nicht bestimmt.

Bild: Touristen tummeln sich um die Kanone des Panzerkreuzers „Aurora“, aus der der Legende nach der Startschuss für den Sturm auf den Winterpalast abgegeben wurde. (Eugen von Arb/ SPB-Herold)

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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