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“Allegro”-Schnellzug fordert erste Todesopfer in Petersburg

Von   /  20. Januar 2011  /  Keine Kommentare

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eva.- Bei der Bahnstation Udelnaja im Norden von Petersburg wurden gestern zwei junge Männer vom Hochgewindigkeitszug erfasst und getötet. Das Unglück geschah einen Monat nach dem Start der Schnellverbindung zwischen Petersburg und Finnland.

Um zirka 19.30 Uhr schlossen die Bahnschranken, um dem Zug Nr. 156 Durchfahrt zu geben, als zwei junge Männer die Geleise überquerten. Laut Augenzeugen waren die beiden betrunken und halfen sich gegenseitig, schreibt Fontanka.ru. “Vorwärts, wir gehen mit Autopilot”, sollen sie gesagt haben.

Der “Allegro” tauchte in dem Moment auf, als die beiden mitten auf den Schienen standen. Der Zug gab Blink- und Warnsignale, doch reagierten die beiden nicht darauf – es war zu spät. Sie wurden durch den Aufprall 20 bis 30 Meter vorwärts geschleudert und waren vermutlich sofort tot. Das Ganze ging so schnell vor sich, dass es niemandem gelang, die beiden Passanten abzuhalten oder zu retten. Obwohl noch auf Stadtgebiet, erreicht der Zug an dieser Stelle bereits eine Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern.

Neue Übergänge geplant

Der Zug bremste und hielt, fuhr später aber weiter – die Polizei, Rettung und Unfall-Experten untersuchen Opfer und Unfallstelle. Bis jetzt liegt von der Staatlichen Russischen Eisenbahn (RZD) nur eine kurze Stellungnahme vor, in der es hiess, dass die beiden Opfer die Bahnlinie an einer unerlaubten Stelle übertreten hätten. Des weiteren wurde die Bevölkerung aufgerufen, die Sicherheitsbestimmungen zu beachten.

Was sich an der Udelnaja ereignete, war bereits bei der Lancierung des neuen Hochgeschwindigkeitszugs befürchtet worden. “Bei uns kann man die Bahnlinie mit Zäunen aus Beton absperren – und trotzdem werden die Leute sie durchbrechen”, sagte kürzlich Viktor Stepow, Direkor der nordwestilichen “Oktjabrskaja”-Banlinie als er auf die Sicherheitsdisziplin in Russland angesprochen wurde.

Die RZD plante bis Ende 2011 insgesamt neun neue Bahnübergänge zu bauen. Ausserdem war ausgerechnet bei der Bahn- und Metrostation Udelnaja ein unterirdischer Übergang geplant.

Bild: RZD

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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